Die Brombeersaison hat begonnen. Wer Wildbrombeeren an Feld und Waldrand ernten möchte, rüste sich gut aus: Lange Beinbedeckung, altes Shirt. Gartenschere – oft genug muss man sich den Weg freischneiden und Ranken entfernen; keine Sorge, die Sträucher vertragen das, um nichts muss man sich weniger Sorgen machen als um das Wachstum von Brombeergebüsch. Ein lederner Gartenhandschuh für die Nicht-Pflückhand, zum Entfernen der geschnittenen Ranken. Schüssel oder Korb für das Erntegut; ja, aber daran denkt ja jeder.
Vorsorge-Tipp: Hier ist tatsächlich auch einmal ein Einsatzgebiet für Anti-Brumm (das ich in jeder anderen Situation nicht nur ablehne, sonder verachte!). Insektenleben an den den Hecken ist vielfältig und ich fürchte, sie haben zuweilen recht dreckige Beißwerkzeuge und Rüssel. Schutz ist angebracht.
… wer sich an einem zeitigen Sommermorgen so in die Wildobsternte begibt, wird allein schon dadurch belohnt. Belebte Stille – Vögel und Grillen und Hummeln, knisternde Grashalme. Zuweilen eine Begegnung mit einem Spaziergänger – ein Nicken zur gegenseitigen Begrüßung reicht aus, das Gegenüber schätzt die Ruhe der Stunde genauso wie man selbst.
Ausschau halten, Weg bahnen, pflücken. Die Zeit vergessen, bis die Sonne anfängt zu stechen oder der Korb gut genug gefüllt ist.
Auf dem Höhepunkt der Saison ist man so mit zwei oder drei Kilo Brombeeren noch vor der normalen Frühstückszeit der Familie wieder daheim.
Daraus Brombeergelee gekocht – nichts kann simpler sein, und ein Vorrat davon ist die beste Vorsoge gegen Winterdepression.
Wacholder und Wodka: Fünf bis sechs zerdrückte Wacholderbeeren je Kilo Früchte geben dem Gelee noch etwas extra Drama. Ach, und vielleicht noch ein Schuss Wodka kann dazu.
